Flugzeugabsturz

7 Wochen Krisenvorsorge

Flugzeugabsturz
Flugangst? Nein, Angst vorm Abstürzen.

„Ist das nicht ein bisschen morbide?“ fragt Nadine. „Joa, ein bisschen“, grinse ich zurück. Gerade habe ich einer Kollegin erzählt, dass ich in meiner Freizeit Dokus über Flugzeugabstürze gucke. Alarm im Cockpit und solche Sachen. Und es kann schon sein, dass Aufregung und Sensationsgier dabei eine Rolle spielen. Aber der wahre Grund, warum ich mich mit Krisen und Katastrophen beschäftige, ist, weil ich es unglaublich bemerkenswert finde, was alles schiefgehen muss, bevor überhaupt was Schlimmes passiert. Flugzeuge zum Beispiel können unfassbare Kräfte wegstecken, bevor sie vom Himmel fallen! Und fast nie ist nur ein Teil kaputtgegangen oder Fehler passiert, es kommt meistens zu einer Verkettung unglücklicher Umstände, wie es dann in der Presse oder im Unfallbericht heißt. Ich finde das total beruhigend.

Denn nicht nur heißt das: Es gehen total viele Sachen schief. Es bedeutet vor allen Dingen, dass wir eine ganze Menge Ansatzpunkte haben, um zu verhindern, dass aus einer Krisensituation eine Katastrophe wird. Und während es auf Organisationsebene zuerst darum geht, dass möglichst gar nichts passiert, werden wir uns in den nächsten 7 Wochen damit beschäftigen, wie wir uns ganz individuell auf Krisensituationen vorbereiten können.

Statt „7 Wochen ohne“ werden wir uns die Zeit nehmen, 7 Bereiche der persönlichen Vorsorge kennen zu lernen, und erste Schritte unternehmen, um besser auf Krisen vorbereitet zu sein. Du findest hier Zusammenfassungen der Erkenntnisse anderer Profis, meine persönlichen Tipps und nützliche Ressourcen, falls du dich mit einem Thema eingehender beschäftigen möchtest. Natürlich kannst du dich auch an mich wenden. Skype-Sessions kannst du online buchen, für eine umfassende, persönliche Risiko-Analyse und Beratung nimm bitte direkten Kontakt zu mir auf: office@nataliejunge.de

Womit wir uns in den nächsten 7 Wochen beschäftigen werden

  • Woche 1: Persönliche Risiko-Analyse: Welche Krisen sind in meinem Leben überhaupt wahrscheinlich? Worauf will ich vorbereitet sein? Welche Ressourcen will ich für die Vorsorge aufwenden?
  • Woche 2: Wasser- und Lebensmittelvorrat: Wie viel brauche ich wovon? Welche Lebensmittel eignen sich für die Lagerung? Wie kann ich Vorsorge mit meiner alltäglichen Vorratshaltung kombinieren? Ich wohne in einer winzigen Stadtwohnung, wo soll ich Lebensmittel horten?
  • Woche 3: Geld & Finanzen: Kann ich Verdienstausfälle abfangen? Wie weit reichen meine Ersparnisse? Wie komme ich bei Stromausfall zu Geld? Brauche ich einen Notgroschen? Wie teuer ist Vorsorge?
  • Woche 4: Gesundheit: Welche Medikamente und medizinische Hilfsmittel muss ich im Haus haben? Brauche ich eine Hausapotheke? Wann war mein letzter Erste-Hilfe-Kurs? Sollte ich mal wieder einen Routine-Check-Up machen lassen?
  • Woche 5: Hygiene: Hilfe, das Klopapier ist alle! Wie mache ich ohne Wasser sauber? Wie desinfiziere ich Oberflächen? Wo lasse ich meinen Müll, wenn die Müllabfuhr nicht kommt? Ist mein Wasser trinkbar?
  • Woche 6: Kommunikation & Energie: Wie viel Akku habe ich noch? Wie erhalte ich zuverlässige bzw. öffentliche Informationen? Wie erreiche ich meine Familie?
  • Woche 7: Evakuierung: Was, wenn ich doch aus dem Haus muss? Haben wir einen Familien-Treffpunkt? Wo ist der? Wie kommen wir da hin? Sind dort ausreichend Vorräte vorhanden? Was müssen wir mitnehmen? Wie überstehe ich die öffentliche Unterkunft?

Natürlich gibt es 1001 andere Fragen, die man auch alle stellen könnte. Diese Blogreihe ist für diejenigen von euch, die dem Thema Katastrophenvorsorge sonst eher aus dem Weg gehen und sich vielleicht das erste Mal überhaupt damit beschäftigen.

Worum wird es in dieser Reihe nicht gehen?

  • Doomsday-Szenarien. Wenn die Welt untergeht, gehst du aller Wahrscheinlichkeit nach mit. Vorbereitung unnötig. Abgesehen davon, was in deiner spirituellen Richtung für diesen Fall geraten wird.
  • Prepper. Eine Szene, die teilweise politisch motiviert ist, sich auf alle möglichen realistischen und unrealistischen Szenarien vorzubereiten. Stark von einer Konkurrenzmentalität geprägt, wo es oft um die Frage geht: du oder ich? Das ist einfach nicht mein Stil. Wenngleich gerade beim Outdoor-Überlebenstraining, zum Thema Selbstversorger oder im Verteidigungsfall (der ja nun einmal eintreten kann), viele hilfreiche Tipps von den Mitgliedern kommen. Wie gesagt, sehr heterogen. Wer mehr wissen möchte: Eine relativ neutral gehaltene Doku über die deutschen Prepper gibt’s beim ZDF.
  • Krisen verhindern. Natürlich ist es immer am besten, wenn gar nicht erst was passiert. Aber darauf haben wir nicht immer selbst Einfluss. In dieser Reihe bereiten wir uns auf die Notfälle vor, die uns mit einiger Wahrscheinlichkeit treffen können.
  • Krisen managen. Jede Krise ist anders. Wenn du gerade akute Hilfe brauchst, kannst du dich an mich oder jede andere Stelle wenden, die sich mit deinem Problem auskennt. Eine sinnvolle Vorbereitung kann die Krise selbst mildern und helfen, sie zu überstehen.
  • Krisen verarbeiten. Siehe Krisen managen. Der menschliche Körper und in noch viel stärkerem Ausmaß die menschliche Psyche sind unglaublich widerstandsfähig. Gemeinschaften überstehen schlimme Ereignisse und gehen oft gestärkt daraus hervor. Das sagen wir uns nicht nur, um die Katastrophe besser zu überstehen. Es stimmt. Auch hierfür ist Vorsorge hilfreich. Sie mildert die Krise selbst und sie stärkt uns mental, weil wir uns weniger ausgeliefert fühlen.
  • Panikmache. Wir beschäftigen uns nicht mit Krisen und Katastrophen, um dann ständig Angst zu haben, dass was passiert. Wir beschäftigen uns damit, weil eine realistische Einschätzung der Risiken uns hilft, Krisen zu verhindern, zu mildern und zu überstehen. Und vor allem, um besser zu schlafen und gelassener zu leben. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass die Dinge eintreten, vor denen wir uns fürchten, ist im Allgemeinen gering.

Guck, das wusste ich! Darum finde ich Krisenvorsorge total albern

Schluss mit Kopf in den Sand
Kopf in den Sand? Lieber nicht.

Das ist in Ordnung. Es ist auch in Ordnung, einen gewissen Fatalismus zu leben, nach dem Motto: Wenn was passiert, ist es halt so. Klappt für die Mehrheit beim Klima ja auch ganz gut. Ich persönlich bin einfach gern vorbereitet, dann weiß ich, dass ich im Ernstfall klar komme und muss nicht weiter darüber nachdenken.

Während ich das hier schreibe, ist rund um den Alexanderplatz der Strom ausgefallen, in Spanien brennen mitten im Winter Wälder, eine DAK-Studie stuft knapp eine halbe Million Kinder in Deutschland als computerspielsuchtgefährdet ein. In jeder Familie geschehen irgendwann Dinge, die wir als Krisen bezeichnen. Mein Ziel in den nächsten 7 Wochen ist es, dass du besser ausgerüstet bist, damit umzugehen. Damit aus einer Krise keine Katastrophe wird.

Folge mir auf deinem bevorzugten Kanal, damit du keinen Post verpasst! Ich freue mich über Anregungen, Fragen und Feedback und die nächsten 7 Wochen mit dir.

Copyright-Hinweise: Foto 1: Gerhard Bittner. Foto2: alphaspirit – Fotolia.

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